Psychose-Schizophrenie

Bin ich verrückt geworden?

Falls Sie leicht reizbar sind, oder andere Ihre Denkweisen oder Ihre Reaktionen nicht verstehen, oder Sie die Motive und die Reaktionen der anderen Menschen nicht verstehen, dann sind Sie sicher nicht  verrückt. Falls Sie in jemanden verliebt sind oder eine leidenschaftliche Vorliebe haben, dann sind Sie auch nicht verrückt.

Im Alltag wird die Bezeichnung „verrückt sein!“ oder „den Verstand verloren“ benutzt, um alles was unverständlich, nicht nach dem allgemeinen Verstand, oder exzentrisch ist, zu beschreiben. Das gleiche gilt für den Begriff Schizophren.

Was ist eigentlich Psychose – Schizophrenie

Es handelt sich um eine psychische Krankheit, die die Denkweise, den Ausdruck und die Wahrnehmung der Person beeinflusst. Einer von 100 Menschen entwickelt im Laufe seines Lebens diese Krankheit, es ist also keine seltene Krankheit. Die Ursachen sind trotz vieler Untersuchungen nicht ganz klar, bei der Schizophrenie handelt es sich nicht um eine einzelne Ursache, die die Krankheit auslöst, sondern um das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Einige Faktoren, die zum Ausbruch der Krankheit führen können, sind:

  • Genetische Faktoren, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. Sind in der Familie schon einmal Schizophrenie-Fälle aufgetreten, ist das persönliche Risiko auch leicht erhöht.
  • frühkindliche Hirnschädigungen
  • erhöhtes Vorkommen des Neurotransmitters Dopamin
  • Traumatische Erlebnisse in der Kindheit und ein problematischer Kommunikations- und Erziehungsstil

Wie schon erwähnt wurde, einer der oben genannten Faktoren genügt nicht als Auslöser. Ein Ausbruch der Krankheit kann passieren wenn mehrere Faktoren zu einem bestimmten Zeitpunkt  zusammenkommen. Die genetische Erblage mit einigen Stressfaktoren wie belastende Lebensereignisse, soziale Isolation usw.  

Symptome

Personen die unter einer Psychose leiden beschreiben, dass sie Farben, Gerüche oder Geräusche auf einmal anderes wahrnehmen als sonst.

Sie erleben, dass ihre Gedanken laut werden, von anderen kontrolliert oder ausgebreitet werden.

Sie können der Überzeugung sein:

  • dass bestimmte Menschen oder Menschengruppen versuchen sie zu kontrollieren oder sie zu manipulieren
  • dass andere Personen Einfluss auf ihre Glieder und ihre Bewegungen haben

Sie erzählen oft, dass sie Stimmen hören,die:

  • Kritik ausüben
  • in den Dialog mit ihnen treten
  • aus bestimmten Körperteilen kommen

Sie sind der Überzeugung, dass sie übernatürliche Kräfte besitzen oder dass sie ein religiöses oder politisches Charisma besitzen.

Sie beschreiben Halluzinationen für jede Sinnesmodalität.

Sie können sich schlecht konzentrieren und manchmal kann die Sprache konfuss wirken, sowohl die Grammatik als auch der Inhalt.

Die Angehörigen beobachten soziale Isolation, Sprachverarmung und kaum Ausdruck der Emotionen.

Therapie

Hauptsächlich werden bei der Therapie der Schizophrenie Medikamente eingesetzt, die sogenannte Neuoleptika oder Antipsychotika. Diese wirken auf die Neurotransmitter, die biochemische Botenstoffe, welche die Information von einer Nervenzelle auf die andere über die Kontaktstelle der Nervenzellen, die Synapse, weitergeben. Die alten Generationen von Neuroleptika hatten einige unangenehme Nebenwirkungen, wie Spätdyskinesien. Die neuen Neuroleptika haben viel weniger Nebenwirkungen und sie helfen deutlich, sodass der Patient sowohl beruflich als auch in seinem privatem Leben wieder funktional ist.

Parallel zu der medikamentöse Behandlung ist es wichtig, dass der Patient ausreichend über die Natur der Krankheit informiert wird und mit einer psychologische Therapie unterstützt wird, damit er die Symptome, die zu einem Rückfall führen würden, früh erkennen kann.